Wie die richtigen Worte Deine Kommunikation verbessern

Die Kraft der Worte

Vor wichtigen Terminen wie z.B. einem Vorstellungsgespräch bereitest Du Dich sicherlich in Ruhe auf dieses Gespräch vor. Du überlegst Dir bereits im Vorfeld, was Du sagen könntest. Im Alltag nimmst Du Dir selten diese Zeit und sprichst das aus, was Dir gerade durch den Kopf geht. Und das kann manchmal sehr viel sein und der rote Faden geht beim Sprechen verloren. Upps- schon ist etwas ausgesprochen, was Du gar nicht sagen wolltest und der andere hat es gehört, was er besser nicht hören sollte. Und schon gibt es einen verbalen Schlagabtausch. Oftmals völlig unnötig.

  • Passiert es Dir ab und zu, dass Dich Dein Gegenüber nicht versteht?
  • Ärgerst Du Dich manchmal, das Du das nicht ausdrücken kannst, was Du wirklich meinst?
  • Fehlen Dir in wichtigen Situationen die Worte?
  • Fühlst Du Dich missverstanden?

Dann erfahre jetzt, wie Du Deine Kommunikation verbesserst und welche Worte beim Gegenüber gut ankommen:

Zunächst ist es ratsam – schon seines eigenen Frieden willens – bewusster seine Worte zu wählen.  Höre mal hin, was Du sprichst. Automatisch verlangsamt sich Deine Sprache und Du hast Zeit, Deine Worte bewusst zu wählen und so zu formulieren, dass der andere Dich gut verstehen kann.

Wie sich Zuversicht, Klarheit und Authentizität in der Sprache zeigt

Wie im letzten Blogartikel beschrieben, ist es lohnenswert zu beobachten und wahrzunehmen, was Du so die ganze Zeit über denkst. Denn Gedanken werden zu Worte. Oftmals redest Du nur mit Dir selbst – in Gedanken – und doch hat das auch Auswirkung auf Deine Sprache. Wenn Du Dir über viele Dinge Sorgen machst und an Dir zweifelst, dann kann es schnell sein, dass Du dann im Gespräch Worte wie hoffentlich, glauben, vielleicht, versuchen, probieren, eventuell, möglicherweise, wahrscheinlich verwendest. Dein Gegenüber merkt sofort Deine Unsicherheit und Unentschlossenheit und weiß so nicht wirklich, was Du möchtest und darf nachfragen, was Dich gegebenenfalls erneut verunsichert oder auch ärgert.

Verneinungsform- lieber nicht!

Weiters drücken sich Sorge und Unsicherheit oftmals in der Verneinungsform aus: nicht, nie, niemals, kein.  z.B.:

  • Hoffentlich regnet es morgen nicht.
  • Ich darf jetzt nicht krank werden.
  • Das war nicht so schlecht.
  • Lauf nicht so schnell!
  • Stell Dir keinen rosaroten Elefanten vor!

Was nimmt Dein (Unter)-Bewusstein bzw. Dein Gegenüber wahr?  Regen, das krank sein, schlecht und schnell, rosaroten Elefanten. Doch genau das Gegenteil hast Du gemeint! Dann sag es auch so:

  • Ich freu mich, wenn die Sonne morgen scheint.
  • Ich will gesund bleiben.
  • Das war gut.
  • Lauf langsam.
  • Stell Dir einen Elefanten vor!

Ist doch ganz einfach, oder? Du und Dein Gegenüber habt sofort das selbe Bild im Kopf, der andere versteht, wasDu willst und ihr könnt darüber sprechen.Und Deine Ziele und Wünsche kannst Du auch viel besser erreichen, wenn Du positiv formulierst.

Wenn Du geübt hast, Dir liebevolle Gedanken zu schenken und das Positive im Leben zu sehen, dann verwendest Du eher Worte wie, sicher, ich bin überzeugt, ich will/ich möchte, ich kann,  und sprichst meist in kurzen und klaren Sätzen. Dein Gegenüber weiß sofort, was Du meinst und spürt Deine Zuversicht, Deine Lebensfreude und Deine Klarheit. Ungereimtheiten fallen weg.

So wirken im übrigen auch Affirmationen: kurze, klare und positive Sätze, die sich leicht aussprechen lassen und gut zu merken sind.

Setze Dich nicht selbst unter Druck

Wenn Du Dich angegriffen fühlst, dann beginnst Du meist, Dich zu verteidigen. Auch verbal! Schnell ist dann die bewusste Sprache dahin und Streit entsteht. Welches Wort übt Druck aus?

müssen – du musst das uns das tun! Wenn Du das hörst, bist Du schnell in der Hab-Acht-Stellung und wehrst Dich dagegen. Denn müssen, tue ich gar nichts. Schon gar nicht, wenn ein anderer mir das sagt! Und doch verwenden wir dieses Wort sehr häufig in unserer Sprache. Ist Dir das bewusst? Alleine schon bei uns selbst: Ich muss noch aufräumen. Ich muss arbeiten. Ich habe keine Zeit, denn ich muss noch lernen. Ich muss aufstehen. Ich muss…ich muss…ich muss…. Kein Wunder, dass Du vor lauter müssen, angespannt und gestresst bist. Soviel Druck ist schwer auszuhalten. Musst Du wirklich? Oder ist es eine Ausrede, nicht das zu tun, was Du wirklich willst? Hast Du Dir selbst die Pflichten auferlegt, obwohl Du etwas anderes machen möchtest? Oder ist es eine Ausrede, um früher von einer Verabredung zu verschwinden? Ich muss noch mit dem Hund raus und muss jetzt gehen!

Du darfst Dich selbst fragen, ob es wirklich ein müssen ist! Ersetze das Wort einfach mal mit „dürfen“ und schau, wie es sich für Dich anfühlt. ich darf aufräumen. Ich darf arbeiten. Ich darf lernen. Es fühlt sich doch viel selbstbestimmter und freier an. Du kannst also selbst entscheiden, ob Du es tust oder nicht.

Sei ehrlich

Eigentlich bist Du hübsch! – und uneigentlich? Dieses Wort verdreht den Satz sofort ins Gegenteil. Wenn Du das Wort „eigentlich“ verwendest, spürt Dein Gegenüber, dass Du nicht ehrlich zu ihm bist. Dieses Wort wird so häufig als Füllwort verwendet. Achte mal darauf, wann und wie oft Du es bei anderen hörst oder selbst sagst. Ich empfehle Dir, es aus Deinem Wortschatz zu streichen, da es nur zu Unfrieden und Missverständnissen führt.

Ja, aber  – schränkt das Gesagte sofort wieder ein: Ja, gut gemacht. Deine Schularbeit ist gut, aber den Fehler hättest Du ja auch noch vermeiden können. Dein Kleidungsstil gefällt mir, aber zu dem Rock hätte ich eine blaue Bluse angezogen. Ja, so können wir es machen, aber ich empfehle Dir dabei nicht zu leichtsinnig zu sein.

Im ersten Moment hört sich der Satz ja ganz gut an. Doch ein komisches Gefühl bleibt. Viel schöner hört es sich doch an, wenn Du „aber“ durch „und“ ersetzt:

Deine Schularbeit ist und den Fehler wirst Du beim nächsten Mal sicher auch nicht mehr machen. Dein Kleidungsstil gefällt mir und zu dem Rock kann ich mir auch sehr gut eine blaue Bluse vorstellen.

So ist der Satz nicht mehr einschränkend sondern ergänzt das zuvor positive Statement. kling doch gleich ganz anders und Dein Gegenüber freut sich über zusätzliche Inputs.

Kurze, klare und direkte Sätze

Noch ein paar Tipps zum Abschluss:

Denke im Gespräch daran, dass Dein Gegenüber andere Erfahrungen und andere Vorstellungen als Du hast. Beschreibe mit möglichst kurzen und klaren Sätzen die Situation/die Sache, um die es geht, sodass er/sie Dir gut folgen kann. Du kannst auch nachfragen, ob er/sie Dich soweit verstanden hat. Bleibe so oft wie möglich in der positiven Gegenwartsform und vermeide Füllwörter. Sei ehrlich und spreche klar aus, was Du willst oder meinst. Dein Gegenüber mag vielleicht erstmal einmal komisch schauen, kann aber meist mit dieser ehrlichen Antwort viel besser umgehen, als mit irgendwelchen freundlich ausgesprochenen Ausreden.

Und lass Dich nicht so oft unterhalten – denn das hält Dich unten und Du dämmerst vor Dich hin statt wahrzunehmen, was gerade geschieht und achtsam zu bleiben.

also lieber kurz.klar.direkt!

 

Wenn Du Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel hast, freue ich mich über Deinen Kommentar. (Deine IP-Adresse wird dabei nicht gespeichert.Weitere Hinweise zum Datenschutz findest Du in der Datenschutzerklärung)

Herzlichst

Silke

 

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